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Das wichtigste Sinnesorgan für einen Musiker ist das Ohr. Das Ziel
dieses Buches ist es, die Aufmerksamkeit für das eigene Zuhören
mehr in den Mittelpunkt des Übens zu stellen.
Durch die Routine täglicher Übungen geraten wir
in Gefahr, unsere Konzentration auf einen mechanischen Ablauf zu beschränken.
Unser Lernen geschieht hauptsächlich über unsere Sinne: Sehen,
Fühlen und Hören. Die komplexen körperlichen Vorgänge
beim Spielen eines Musikinstrumentes können aber nur funktionieren,
wenn das analytisch logische Denken der linken Gehirnhälfte mit dem
emotionalen, bildlichen Denken der rechten Gehirnhälfte in Balance
ist. Genau diese Balance wird durch unser musikalisches Vorstellungsvermögen
gesteuert.
Jeder Ton, den wir spielen ist Ausdruck unserer individuellen Persönlichkeit und hat ein Eigenleben. Darin liegt die Faszination, die die Trompete ausstrahlt. Auch den sogenannten Einblasübungen sollten wir die gleiche musikalische Aufmerksamkeit widmen wie dem Studium von Etüden und Konzerten. (Schließlich beginnt auch das Es-Dur Konzert von Joseph Haydn mit einer einfachen Tonleiterfigur.)
Die Zweistimmigkeit der vorliegenden Übungen programmiert unsere Konzentration darauf, unser Denken auf das Wesentliche zu beschränken. Grundgedanke dabei ist immer die Vereinfachung, vorgegeben durch die 2. Stimme oder die Vorübungen und durch die Klangverschmelzung, in die wir eintauchen.
Lassen Sie sich also auf ein Denken in Klängen ein gemäß
dem Motto, das Dale Clevenger, Solohornist des Chicago Symphony Orchesters,
so treffend formulierte:
Deine zwei besten Freunde sind Dein Ohr
und Deine Luft!
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